NEU: Sämtliche Stücke vom Verlag Arno's Theaterladen im Subvertrieb (außer Deutschland)
Der Bieler Verlag vertreibt seit Ende 2008 die bereits in Deutschland, der Schweiz, Belgien,... äußerst erfolgreichen Stücke von Horst Helfrich und Wolfgang Binder, erschienen im Plausus Theaterverlag, im Subvertrieb für Österreich!
Bieler Verlag hieß er ja nicht immer…
Im Jahre 1876 gründete Herr Georg Stubenvoll einen
Theaterverlag samt Kostümverleih - das „Literarische
Theaterbureau“ - der seinen Sitz am Getreidemarkt hatte.
Er muss eine schillernde Persönlichkeit gewesen sein,
dieser Herr Stubenvoll. Ein gut aussehender Mann mit eisgrauem
Spitzbart, der es bis zum Direktor des Theaters in der Josefstadt
brachte. Trotzdem ist es überliefert, dass er sogar kurze
Zeit im Gefängnis einsitzen musste.
Ein junges Mädchen (eine junge Verwandte?) namens Leopoldine
Kolb, das sich schon im Büro des Verlags verdient gemacht
machte, übernahm nach dem plötzlichen Tod des kinderlosen
Verlagsleiters das Geschäft. Man muss sich vorstellen,
was dies im Jahr 1906 bedeutete: Eine 26 jährige Frau
als Verlagschefin. Leopoldine Kolb war sehr tüchtig und
übernahm für andere Verlage den Subvertrieb in fast
allen Kronländern der Monarchie. Sie heiratete den akademischen
Maler Hans Fuchs, einen Bruder der legendären Frau Anna
Sacher. Er war ein Schüler Canons und wirkte mit seinem
Lehrer bei der Freskierung des Kunsthistorischen Museums mit.
Er arbeitete auch viel für die Familie Batthiany. Fünfzig
Jahre leitete Frau Kolb, verehelichte Fuchs den nunmehr Leopoldine
Fuchs Verlag genannten Betrieb, den sie vom Getreidemarkt
in die nahe gelegene Köstlergasse übersiedelte.
Nach dem Tod von Frau Leopoldine Fuchs im Jahr 1956 übernahm
der einzige Sohn des Ehepaares, Hans Fuchs jun., den Verlag.
Er hatte gute Kontakte zu verschiedenen Dirigenten wie Prof.
Paulik und Prof. Bauer-Theussl, die Operetten „modernisierten“.
Außerdem kannte er die Intendanten von Bregenz und Mörbisch,
mit denen er gute Verträge schließen konnte. Daher
kam bei den Bregenzer Festspielen 1961 oder 1962 eine „Schöne
Helena“ in einer textlich modernisierten Fassung des
Fuchs Verlags zur Aufführung. So manches Stück des
Verlags wurde auch im Fernsehen gezeigt. Oft waren das Aufführungen
der Breinößl Bühne in Innsbruck, die aufgezeichnet
wurden. Der Verleger Hans Fuchs hat sich aber auch um die
Gründung der Verwertungsgesellschaft Literar-Mechana
verdient gemacht und es wurde ihm dafür der Professorentitel
verliehen.
Im Jahr 1979 übergab Prof. Fuchs einen Teil des Verlags
(das Österreich-Geschäft) an Frau Ingeborg Bieler, die Schwiegertochter seiner Gattin. Frau Bieler übernahm
nach dem Tod von Prof. Fuchs im Jahre 1980 auch den restlichen
Verlag. Damit war das Operettenzeitalter des Verlags beendet.
Aber ein gütiges Schicksal ersetzte Operette durch Fernsehen.
Es gelang Frau Bieler Verträge mit verschiedenen privaten
und auch öffentlichen Fernsehanstalten abzuschließen.
Besonders hervorzuheben ist der Vertrag mit dem bekannten
Volksschauspieler Peter Steiner, sowohl als Kunde als auch
als Autor. Diese Geschäftsbeziehung besteht nun schon
seit bald 20 Jahren. Auch kamen neue Autoren zum Bieler Verlag,
um das erfolgreiche Triumvirat Hans Lellis, Emil Stürmer
und Hilde Eppensteiner zu ergänzen. Nach 25jähriger
Tätigkeit übergab Frau Ingeborg Bieler am 1.1. 2005
den Verlag an ihre Tochter,
in deren Händen das weitere Schicksal des Unternehmens
nun liegt. Ihre ersten Schritte nach der Übernahme waren
die Aufrechterhaltung der guten Geschäftsbeziehungen
zu den bereits bestehenden Kunden und Lieferanten sowie die
Modernisierung des Verlages. In einem zweiten Schritt arbeitet
die junge „Bielerin“ an der Steigerung des Bekanntheitsgrades
des Verlages sowie an der Ausweitung der Geschäftskontakte.
So kann sich der Bieler Verlag nach wie vor an einer fabelhaft guten Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theaterverlag in Weinheim erfreuen.
In einem Inserat für die Hernalser Bezirkszeitung schrieb
Frau Ingeborg Bieler den Satz: „In Hernals gedeiht all’s“,
dem wäre nun hinzuzufügen „... und in Unterlaa a“. Wollen
wir hoffen, dass die Kunden dem Verlag weiterhin die Treue
halten und junge Autoren für den Verlag gute und zugkräftige
Stücke schreiben, wie z.B.: Monika Steiner,
eine passionierte Tiroler Schriftstellerin. |