DER VERLAG

134 Jahre Theaterverlag

 



Georg Stubenvoll

Leopoldine Kolb-Fuchs Prof. Hans Fuchs Ingeborg Bieler MMag. Eva Bieler
Verlagsgründer Verlagsleiterin Verlagsleiter Verlagsleiterin Verlagsleiterin
1876 - 1906 1906 - 1956 1956 - 1980 1980 - 2004 2005 -

 

NEU: Sämtliche Stücke vom Verlag Arno's Theaterladen im Subvertrieb (außer Deutschland)

Der Bieler Verlag vertreibt seit Ende 2008 die bereits in Deutschland, der Schweiz, Belgien,... äußerst erfolgreichen Stücke von Horst Helfrich und Wolfgang Binder, erschienen im Plausus Theaterverlag, im Subvertrieb für Österreich!

 

Bieler Verlag hieß er ja nicht immer…

Im Jahre 1876 gründete Herr Georg Stubenvoll einen Theaterverlag samt Kostümverleih - das „Literarische Theaterbureau“ - der seinen Sitz am Getreidemarkt hatte. Er muss eine schillernde Persönlichkeit gewesen sein, dieser Herr Stubenvoll. Ein gut aussehender Mann mit eisgrauem Spitzbart, der es bis zum Direktor des Theaters in der Josefstadt brachte. Trotzdem ist es überliefert, dass er sogar kurze Zeit im Gefängnis einsitzen musste.

Ein junges Mädchen (eine junge Verwandte?) namens Leopoldine Kolb, das sich schon im Büro des Verlags verdient gemacht machte, übernahm nach dem plötzlichen Tod des kinderlosen Verlagsleiters das Geschäft. Man muss sich vorstellen, was dies im Jahr 1906 bedeutete: Eine 26 jährige Frau als Verlagschefin. Leopoldine Kolb war sehr tüchtig und übernahm für andere Verlage den Subvertrieb in fast allen Kronländern der Monarchie. Sie heiratete den akademischen Maler Hans Fuchs, einen Bruder der legendären Frau Anna Sacher. Er war ein Schüler Canons und wirkte mit seinem Lehrer bei der Freskierung des Kunsthistorischen Museums mit. Er arbeitete auch viel für die Familie Batthiany. Fünfzig Jahre leitete Frau Kolb, verehelichte Fuchs den nunmehr Leopoldine Fuchs Verlag genannten Betrieb, den sie vom Getreidemarkt in die nahe gelegene Köstlergasse übersiedelte.

Nach dem Tod von Frau Leopoldine Fuchs im Jahr 1956 übernahm der einzige Sohn des Ehepaares, Hans Fuchs jun., den Verlag. Er hatte gute Kontakte zu verschiedenen Dirigenten wie Prof. Paulik und Prof. Bauer-Theussl, die Operetten „modernisierten“. Außerdem kannte er die Intendanten von Bregenz und Mörbisch, mit denen er gute Verträge schließen konnte. Daher kam bei den Bregenzer Festspielen 1961 oder 1962 eine „Schöne Helena“ in einer textlich modernisierten Fassung des Fuchs Verlags zur Aufführung. So manches Stück des Verlags wurde auch im Fernsehen gezeigt. Oft waren das Aufführungen der Breinößl Bühne in Innsbruck, die aufgezeichnet wurden. Der Verleger Hans Fuchs hat sich aber auch um die Gründung der Verwertungsgesellschaft Literar-Mechana verdient gemacht und es wurde ihm dafür der Professorentitel verliehen.

Im Jahr 1979 übergab Prof. Fuchs einen Teil des Verlags (das Österreich-Geschäft) an Frau Ingeborg Bieler, die Schwiegertochter seiner Gattin. Frau Bieler übernahm nach dem Tod von Prof. Fuchs im Jahre 1980 auch den restlichen Verlag. Damit war das Operettenzeitalter des Verlags beendet. Aber ein gütiges Schicksal ersetzte Operette durch Fernsehen. Es gelang Frau Bieler Verträge mit verschiedenen privaten und auch öffentlichen Fernsehanstalten abzuschließen. Besonders hervorzuheben ist der Vertrag mit dem bekannten Volksschauspieler Peter Steiner, sowohl als Kunde als auch als Autor. Diese Geschäftsbeziehung besteht nun schon seit bald 20 Jahren. Auch kamen neue Autoren zum Bieler Verlag, um das erfolgreiche Triumvirat Hans Lellis, Emil Stürmer und Hilde Eppensteiner zu ergänzen. Nach 25jähriger Tätigkeit übergab Frau Ingeborg Bieler am 1.1. 2005 den Verlag an ihre Tochter, in deren Händen das weitere Schicksal des Unternehmens nun liegt. Ihre ersten Schritte nach der Übernahme waren die Aufrechterhaltung der guten Geschäftsbeziehungen zu den bereits bestehenden Kunden und Lieferanten sowie die Modernisierung des Verlages. In einem zweiten Schritt arbeitet die junge „Bielerin“ an der Steigerung des Bekanntheitsgrades des Verlages sowie an der Ausweitung der Geschäftskontakte.

So kann sich der Bieler Verlag nach wie vor an einer fabelhaft guten Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theaterverlag in Weinheim erfreuen.

In einem Inserat für die Hernalser Bezirkszeitung schrieb Frau Ingeborg Bieler den Satz: „In Hernals gedeiht all’s“, dem wäre nun hinzuzufügen „... und in Unterlaa a“. Wollen wir hoffen, dass die Kunden dem Verlag weiterhin die Treue halten und junge Autoren für den Verlag gute und zugkräftige Stücke schreiben, wie z.B.: Monika Steiner, eine passionierte Tiroler Schriftstellerin.